Die Haftung eines Sachverständigen

Ein Sachverständiger kann nur auf Schadenersatz wegen eines unrichtigen Gutachtens, das er in einem Prozess erstellt hatte, verklagt werden, wenn im Rahmen dieses Prozesses mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versucht wurde, gegen das für falsch gehaltene Gutachten vorzugehen.

So wurde etwa ein Vermieter im Jahr 2003 von seinen Mietern vor dem Amtsgericht München verklagt. In diesem Prozess erhob er Widerklage, weil er der Meinung war, seine Mieter hätten das Blechdach des Wohnanwesens beschädigt, als sie im ersten Obergeschoss des Hauses einen Mauerdurchbruch vornehmen und ein Fenster installieren ließen. Das Blechdach sei dabei nicht genügend abgedeckt worden. Dadurch seien Steine und Putz ungeschützt auf das Dach gefallen und hätten es eingedellt. Die Mieter bestritten dies.

Der damals zuständige Mietrichter erholte zu dieser Frage ein Sachverständigengutachten. Der Sachverständige kam zu dem Ergebnis, dass die Verteilung der Schadstellen eher auf Umweltschäden und nicht auf die Verursachung durch die Bauarbeiten der Mieter schließen lasse. Dieses Gutachten hielten die Vermieter für falsch. Das Gericht setzte daher einen Verhandlungstermin an, der Sachverständige wurde mündlich angehört und ihm wurden durch den Vermieter Fragen gestellt. Einen Antrag auf Einholung eines Gutachtens durch einen anderen Sachverständigen, ein sogenanntes Obergutachten stellte er jedoch nicht. Der Mietrichter wies die Widerklage darauf hin ab.

Jetzt wollte der Vermieter Schadenersatz vom Sachverständigen und zwar in Höhe von 2.884 €, die Kosten für die Reparatur des Daches. Das Gutachten sei schließlich falsch. Der Sachverständige habe nicht gewürdigt, dass die Abplatzungen der Beschichtung ausschließlich in den horizontal liegenden Bereichen des Daches vorhanden waren ...

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