Heute waren zwei Anwälte besser als einer…

© Gerd Altmann / AllSilhouettes.com / pixelio.de

Heute war ich mal in einer sehr komfortablen Situation: ein Kollege hatte für eine Erbin aus einer Erbengemeinschaft einen Auskunftsanspruch gegen einen Pflichtteilsberechtigten geltend gemacht, und der so in Anspruch Genommene reagierte prompt mit einer Zahlungsklage gegen die Erbengemeinschaft – schwupps, da brauchte die andere Erbin als Drittwiderbeklagte einen Anwalt – mich!

Im schriftlichen Verfahren vor der mündlichen Verhandlung machte der Kollege, der die Klägerin vertrat (und mit dem ich natürlich engen Kontakt pflegte, sassen wir doch letztendlich „in einem Boot“), einen hervorragenden Job, und da ich ihn zusätzlich schon lange kenne, war mir bewusst, dass ich seine Argumentationen ohne grosse Mühe übernehmen konnte (Wie heisst es so schön in einem meiner Lieblingsfilme: „Gute Leute muss man haben!“).

Nun war heute mündliche Verhandlung und ich traf vor dem Sitzungssaal auf 2 junge und auch noch sehr attraktive Damen zusammen mit Vater und Mutter – die Klägerin und die Widerbeklagte, die beide höchst angegriffen und nervös waren. In den meisten Verfahren wird einem das ja gar nicht so klar, wie sehr die Mandanten tatsächlich durch die Prozesse belastet sind, man hat umfänglich Kontakt mit ihnen – und im Büro wirken sie da durchaus anders, man arbeitet die Angelegenheit durch, mein investiert selbst viel Kopf und Herz in die Sache – und ist deswegen wesentlich stärker selbst beteiligt als ich heute. Und so stand für mich eigentlich von Anfang nicht im Vordergrund, wie drücken wir unsere Rechtsauffassung durch, sondern, wie verhindern wir, dass dieser unglückliche Prozess ein schnelles Ende findet – die beiden machten wirklich den Eindruck, dass sie weniger rechtlichen als eher persönlichen Beistand in diesem Verfahren benötigen würden ...

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