Guttenberg ein Ladendieb, Filesharer auch

Unter anderem die Süddeutsche berichtete ein weiteres Mal über die aktuell durchs Dorf getriebene Sau unseren Verteidigungsminister. Es wird der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann zitiert. “Systematisch und ohne Kennzeichnung habe der Minister fremde Texte in seiner Dissertation verwendet. “Das ist vorsätzlicher Diebstahl und dafür gibt es keine Entschuldigung.” Oppermann verglich Guttenberg mit einem Kleinkriminellen. Auch ein erwischter Ladendieb könne sich nicht damit herausreden: “Das war mein zweites Ich, das gerade schlampig eingekauft hat”"

Zum Thema “vorsätzlicher” Diebstahl möchten wir nicht näher ausführen, wir gönnen der geneigten Leserschaft die kleine Erheiterung.

Im Urheberrecht wird jedoch nicht jeder “vorsätzliche” Diebstahl gleichbehandelt. Es gibt zum Beispiel die Vervielfältigung oder die öffentliche Zugänglichmachung, die tatsächlich dem gemeinen Ladendiebstahl ähneln. Dann gibt es aber auch noch den erlaubten kleinen Diebstahl in Form des Zitatrechts. Das Zitatrecht gibt die Möglichkeit, Werke zum Zwecke des Zitats – sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist – zu vervielfältigen. Voraussetzung ist allerdings die deutliche Angabe der Quelle.

Wer ohne Quellenangabe zitiert, der handelt rechtswidrig. Das Gesetz gibt aber die Möglichkeit, die Rechtswidrigkeit durch eine nachträgliche Anbringung der Quellenangabe zu beseitigen.

Das geht beim Ladendieb nicht. Herr Oppermann hat zutreffender Weise erklärt, dass man sich nicht mit der Aussage herausreden kann, man habe schlampig eingekauft. Der Zitatdieb darf aber sagen: Sorry, ich habe schlampig zitiert, hole ich alles nach.

Herr Guttenberg sollte diese Regeln natürlich kennen ...

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