Bundesarbeitsgericht zur Diskrimierung einer Schwangeren bei der Stellenbesetzung

© Dr. Leonora Schwarz / pixelio.de

Nun ist es in einer gewandelten Gesellschaft inzwischen durchaus üblich, das Frauen nicht allein deswegen aus dem Berufsleben ausscheiden, weil sie ein Kind bekommen. Viele Familien entscheiden sich bewusst dafür, dass beide Partner möglichst direkt nach Ablauf dergesetzlich vorgeschriebenen Schutzfristen die Arbeitstätigkeit wieder aufnehmen – und ich hatte jetzt sogar (wenn auch in anderem Zusammenhang) den ersten Fall, bei denen die Eheleute sich ausdrücklich dafür entschieden hatten, dass der Mann mit dem Baby zuhause bleibt, weil die Frau den wesentlich besser bezahlten und mit besseren Aufstiegschancen versehenen Job hatte.

In dieser veränderten Situation stellt sich natürlich auch die Frage, ob eine schwangere Frau von einer Stellenbesetzung ausgeschlossen werden darf. Mit dieser Frage hatte sich aktuell das Bundesarbeitsgericht in seinem Urteil vom 27. Januar 2011 (Az. 8 AZR 483/09) zu beschäftigen:

Eine Frau war als eine von drei Abteilungsleitern in einem Unternehmen beschäftigt. Als die Stelle eines „Vizepräsidenten“ frei wurde, besetzte das Unternehmen diese mit einem Mann und nicht mit der damals schwangeren Frau. Diese forderte nun eine Entschädigung wegen Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts. Sie habe die Stelle wegen ihrer Schwangerschaft nicht erhalten ...

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