Präzedenzfall

BayVGH München, Urteil vom 04.04.2006, Az. 7 BV 05.388, Tz. 1 und 2 (Tatbestand):
1. Die Klägerin legte im Juli 1998 die Erste Juristische Staatsprüfung ab und reichte im Herbst 2000 bei der Juristischen Fakultät der Universität Regensburg eine Dissertation zum Thema "Die geschichtliche Entwicklung des Jugendstrafrechts und des Erziehungsgedankens mit besonderer Berücksichtigung der Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht gemäß § 12 Nr. 2 JGG" ein. Der Erstgutachter bewertete die Dissertation mit Gutachten vom 4. Dezember 2000 mit der Note "cum laude", der Zweitgutachter vergab die Note "rite". Mit Urkunde vom 6. April 2001 verlieh die Beklagte der Klägerin den akademischen Grad eines Doktors der Rechte mit der Gesamtnote "cum laude". Mit Schreiben vom 14. Februar 2002 teilte Herr Prof. Dr. N. von der Fachhochschule Potsdam der Juristischen Fakultät der Beklagten mit, dass in der Dissertation der Klägerin mehrere Passagen und sogar einige Überschriften wortgleich aus einem seiner Werke übernommen worden seien. Daraufhin stellte die Fakultät weitere Nachforschungen an. Der hiermit beauftragte Zweitgutachter stellte in zwei Gutachten fest, dass zahlreiche wörtliche Übernahmen aus Fremdwerken vorhanden seien; dabei handle es sich um ca. 35 Seiten aus 16 verschiedenen Fremdwerken, davon ca. 8 Seiten ohne jeden Beleg. In allen Abschnitten der Arbeit seien an insgesamt rund 130 Stellen wortwörtliche Textübernahmen festzustellen, und zwar jeweils zwischen 2 und 36 Zeilen lang ...
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