Piraten-Anwalt

Rechtsanwälte, die als Piraten in den Haftanstalten herum irren, um fremde Mandate zu entern, waren schon wiederholt ein Thema hier im Blog. Es gibt eine weitere Variante der Selbstüberschätzung, diesmal mit einem Bezug zum Strafrecht.

Der Mandant sitzt schon ein paar Tage in der Haft und so wie es aussieht, wird sich daran – in Kürze jedenfalls – nichts ändern. Er möchte die Zeit nutzen und plant ein Verbraucher-Insolvenz-Verfahren, da ihm und seiner Familie die Schulden über den Kopf gewachsen sind. Schließlich sind die Verdienstmöglichkeiten in der Haftanstalt eher eingeschränkt.

Da ein Strafverteidiger auf diesem Gebiet kaum Kompetenz liefern kann, wendet sich der Mandant an einen “Kollegen”, der ihm durch den Buschfunk – von Mitgefangenen – empfohlen wurde.

Diesem Zivilisten gelingt es, eine Besuchserlaubnis zu bekommen und den Mandanten zu besuchen. Die beiden unterhalten sich ausführlich, auch über das Strafverfahren, in dem es bereits über 80 Hauptverhandlungstermine gegeben hat. Weitere Termine sind bis in den Sommer geplant.

Der “Insolvenzberater” wendet sich nun an das Gericht und beantragt den Austausch des Pflichtverteidigers: Der alte raus und er als neuer rein. Es begründet dieses unter anderem mit Informationen, die er in dem vertraulichen Gespräch von dem Mandanten erhalten hat. Daß er mit der Preisgabe dieser Informationen die bisherige Verteidigungsstrategie sabotiert, hätte er sich durchaus vorstellen können, da der liebe Gott ihm bestimmt ein paar Gramm Gehirn zur Verfügung gestellt hat ...

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