LG Landshut: Kopieren und Speichern von Screenshots – Verstoß gegen § 100a StPO durch LKA-Trojaner

Rechtsnorm: § 100a StPO

Mit Beschluss vom 20.01.2011 (Az. 4 Qs 346/10) hat das Landgericht Landshut festgestellt, dass das Kopieren und Speichern grafischer Bildschirminhalte, also die Fertigung von Screenshots, trotz der generellen Zulässigkeit, Telekommunikationsvorgänge eines Beschuldigten unter den Voraussetzungen des § 100a StPO zu überwachen, rechtswidrig ist, da zum Zeitpunkt dieser Maßnahmen noch kein Telekommunikationsvorgang stattfindet.

Zum Sachverhalt:

Über einen längeren Zeitraum hatte das bayerische Landeskriminalamt (LKA) den PC eines Beschuldigten überwacht. Dabei fertigte das LKA mittels Trojaner-Software alle 30 Sekunden Screenshots der Browserinhalte auf dem PC des Überwachten an und sandte diese via Internet an die Ermittler.

Mit vorliegendem Beschluss beruft sich das Gericht auf die technische Problemstellung beim verschlüsselten E-Mail-Verkehr. Nach Versenden der E-Mail sei eine Entschlüsselung nicht möglich, wodurch eine Telekommunikationsüberwachung wertlos sei. Es könne „nicht außer Acht gelassen werden, dass – anders als bei der Internettelefonie – die E-Mail zum Zeitpunkt ihrer Ablichtung mittels Screenshot noch nicht unmittelbar vor ihrer Versendung steht“. Insbesondere könne sie auch wieder geändert oder gelöscht werden ...

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