Bundesverfassungsgericht: Die Rechtsprechung des BGH zur Dreiteilungsmethode ist verfassungswidrig

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Jeder, der bei seinem Auto auf den Spritverbrauch achtet und ihn mit den Werten in den Hochglanzprospekten der Hersteller vergleicht, der weiss: dem Drittelmix kann man nicht trauen, der ist nichts Rictges. Und jeder, der Forest Gump gesehen hat, der weiss: das Leben ist eine Pralinenschachtel, man weiss nie, was man bekommt. Und jeder, der Unterhalt berechnen muss – und dem Mandanten dann zu erklären hat, wie er auf das Ergebnis gekommen ist -, der weiss: nichts ist morgen so unsicher wir die Unterhaltsberechnung von gestern.

Vor kurzem habe ich einen Prozess um nachehelichen Unterhalt geführt: die Ehefrau hatte unbestreitbar eheliche Nachteile, sie hatte 2 Kinder gross gezogen, ihren Job zurückgestellt, ihrem Mann bei der Karriere geholfen – und war nun kurz vor der Volljährigkeit des jüngsten Kindes gegen ein „neues Modell“ gewechselt worden. Gut, die Begrenzung und Befristung konnten wir vermeiden, aber „die Neue“ war zeitnah schwanger und nun Mutter eines neuen Kindes geworden – wodurch wir dann im nachehelichen Unterhalt unter Berücksichtigung der „Drittelrechtsprechung“ des Bundesgerichtshofes ziemlich in die Bedrängnis kamen. Es wurde einfach knapp mit dem Unterhalt, zumal die junge Mutter natürlich erst einmal in Elternzeit ging und wir ja irgendwie schon die Unterhaltskette erhalten wollten. Und tatsächlich, es blieb ein geringer Restunterhalt übrig, der zu Gunsten der Mandantin in der zweiten Instanz beim OLG ausgeurteilt wurde.

Natürlich versuchte der Mann, sein Einkommen übergangsweise um den geringen Teil zu drücken, der ausreichend gewesen wäre, um den Unterhaltsanpruch gänzlich zu vernichten – ein Mann, ein Ziel, er schaffte es und so bekam ich Ende Januar (wenige Wochen nach Zugang des Urteils im Vorprrozess) schon die Abänderungsaufforderung auf den Tisch ...

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