Stammheim, Abgesang.

Stammheim ist vorbei, doch das Verfahren geht weiter: Morgen wird im “Buback-Prozess” gegen Verena Becker die Vernehmung von Peter-Jürgen Boock fortgesetzt. Der Senat ist mit seinen Fragen “vorerst” fertig, die Bundesanwaltschaft hat nun das Fragerecht. Auf die Aussage von Boock werde ich hier noch gesondert eingehen, sie erscheint mir bislang aber zu schleppend und zu vage, um sie sinnvoll im Verlauf zu berichten.

Doch das „Mehrzweckgebäude“ des Stuttgarter Oberlandesgerichts in Stuttgart-Stammheim hat noch einen Nachruf verdient. Denn ab morgen findet der Prozess in einem Saal des Landgerichts (kein Schreibfehler!) in der Stuttgarter Innenstadt statt. Zeit also, sich von Stammheim zu verabschieden. Dafür war Peter-Jürgen Boock ein dankbarer Zeuge. Denn das „damals“ ist ja auch sein großes Thema. Und seine Aussage ist bislang so dürftig, wie das Gebäude in der Asperger Strasse 49…

Eigentlich ist es ja kein richtiger Nachruf. Denn das Gebäude bleibt vorerst weiter in Betrieb, für andere Verfahren aus dem Bereich Staatsschutz / Schwerkriminalität / Rotlicht / Völkermord. Über einen geplanten Neubau ist noch nicht entschieden - auch wenn es wohl wenige öffentliche Einrichtungen in Baden-Württemberg geben dürfte, die in einem derart jämmerlichen Zustand sind. Doch Justizminister Goll gilt nicht gerade als Stammheim-Freund. Im Gegenteil: Er soll früher schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben, die Saatsschutz-Zuständigkeit des OLG Stuttgart per Staatsvertrag einem anderen Bundesland zu übertragen.

Gebaut wurde der Gerichtssaal in den 70er Jahren für das Verfahren gegen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Eigentlich hätte an diesem Platz ein Werkstattgebäude für das benachbarte Gefängnis entstehen sollen - und lange hiess es auch, man könne das Gerichtsgebäude ja später einmal umbauen. Noch passiert ist das nie ...

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