Großes Berliner Kino auch ohne Berlinale – rege Diskussionen zur Modernisierung des öffentlichen Einkaufs

Schön war´s. Auch, weil man sich selten so herrlich uneinig war, statt – wir üblich – in gegenseitige Lobhudelei zu verfallen. Oliver Lorenz von der Wegweiser GmbH Berlin hatte zum Thema Ungenutzte Potenziale in der Modernisierung und beim Einkauf von Staat und Verwaltung: „Braucht Deutschland ein Work-out-Programm für den öffentlichen Sektor?“ ins noble Hotel de Rome nach Berlin-Mitte geladen, wo man sich auch vor dem Glamour der Berlinale nicht zu verstecken brauchte. Und ein Großteil der bekannten Vergabeszene folgte der Einladung.

Auf Grundlage zweier neuer Studien wurden Sparpotenziale für Bund, Länder und Kommunen aufgezeigt. Noch interessanter waren allerdings die anschließenden sehr regen Diskussionen, die nahezu einhellig nicht das sonst ja regelmäßig kritisierte Vergaberecht im Focus hatten, sondern die Frage nach dem Wie und vor allem mit wem bei der Modernisierung der öffentlichen Verwaltung. Ein selten kurzweiliger Abend, mit selten offenen Statements, der nicht zu letzt von Dr. Klaus von Dohnanyi als Moderator profitierte.

Die Studien

Aber zunächst zum eigentlichen Grund des Abends, den beiden Studien.

Für das „Monitoring eGovernment & Verwaltungsmodernisierung Deutschland 2011“ der Wegweiser GmbH Berlin Research & Strategy wurden über 1.200 Verwaltungseinrichtungen zu Möglichkeiten von Effizienzsteigerung und Investitionsvorhaben befragt. Die Studie zeigt z. B. die folgenden Ergebnisse:

- Potenziale zur Effizienzsteigerung liegen insbesondere in den Bereichen Personal, Organisation und IT.

- Eine weitere Absenkung des Personalbestandes planen 19 Prozent der Befragten, weitere 17 Prozent denken darüber nach.

- Einsparpotenziale bei Personal- und Sachkosten werden erkannt. Rund zwei Drittel der Untersuchungsteilnehmer gehen von konkreten Einsparmöglichkeiten aus. Einzig: Die Umsetzung gestaltet sich dagegen schwieriger ...

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