Tatort-Vorspann kein "Bestseller" - Urheberin verliert Prozess und muss nun 27.000,- Euro Prozesskosten zahlen

Den Vorspann des Tatorts kennt wohl jeder: Augen im Fadenkreuz, Beine einer weglaufenden Person. Aber das macht diesen Teil der Krimiserie noch nicht zum "Bestseller". So jedenfalls das Oberlandesgericht (OLG) München in einer heute gefällten Entscheidung. Geklagt hatte eine Grafikerin, die behauptete, Urheberin dieses Vorspanns zu sein. Sie wollte von der ARD (genauer: vom Bayerischen und Westdeutschen Rundfunk) mehr Geld für ihre Arbeit und die Nennung ihres Namens im Abspann. Vor mehr als 40 Jahren hatte sie für ihre Arbeit 2.500,- DM bekommen. Weil die Krimiserie ein Hit wurde und auch heute noch regelmäßig ausgestrahlt wird, sah sie in dieser Vergütung ein "auffälliges Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werkes". In einem solchen Fall sieht nämlich das deutsche Urheberrecht in § 32a UrhG (Urhebergesetz) vor, dass der zugrunde liegende Vertrag geändert werden muss und "dem Urheber eine den Umständen nach weitere angemessene Beteiligung gewährt wird". Dabei ist es egal, "ob die Vertragspartner die Höhe der erzielten Erträge oder Vorteile vorhergesehen haben oder hätten vorhersehen können." Fairnessausgleich nennt sich das - oder Bestsellerparagraph. Das Landgericht München hatte diese Klage noch durchgehen lassen. Doch das OLG München entschied jetzt anders. Denn der Vorspann sei für das Gesamtwerk "Tatort-Krimi" nur von untergeordneter Bedeutung ...Zum vollständigen Artikel


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