Kodifikationsrecht gegen Common Law

Die Law Society of England and Wales provozierte am 20. März 2008 mit der Broschüre “England and Wales: The jurisdiction of choice” inzwischen bereits zwei konzertierte Reaktionen der Bundesnotarkammer, der Bundesrechtsanwaltskammer, des Deutschen Anwaltvereins, des Deutschen Notarverein und des Deutschen Richterbunds. Diese gaben nämlich am 11. November 2008 die Broschüre “Law – Made in Germany. Global, effektiv, kostengünstig” und am 7. Februar 2011 die Broschüre “Kontinentales Recht. Global, sicher, flexibel, kostengünstig” heraus. Damit soll der Entwicklung entgegen gewirkt werden, dass kontinental-europäische Unternehmen nicht nur für internationale Vertragsverhältnisse, sondern immer öfter auch für rein nationale das englische oder US-amerikanische Recht (Common Law) wählen. Hierzu werden in der ersten Broschüre die Vorzüge speziell des deutschen Rechts und in der zweiten nun auch die des Kodifikationsrechts im Allgemeinen beworben.

Als Angehöriger der deutschen Rechtsordnung kann ich das nur begrüßen. Dabei spreche ich weniger als Patriot, sondern mehr als Praktiker. Wer schon einmal einen nach den Vorstellungen des Common Law geschlossenen englischsprachigen Immobilien- und Bauvertrag betreffend ein Grundstück im Inland, bei dem offensichtlich § 311b BGB nicht beachtet wurde, vor sich hatte, weiß wovon ich rede. Ich habe mich in dem damaligen Streitfall, offenbar schon als dritter, entschlossen, die gewünschte Vertretung trotz großzügiger Vergütung abzulehnen ...

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