OLG Köln: Gewinnspiel in Medikamentenbewerbung rechtswidrig

Das OLG Köln hat entschieden (Urt. v. 10.12.2010 - Az.: 6 U 85/10), dass die Bewerbung eines nicht verschreibungspflichtigen Medikaments durch ein an Fachkreise gerichtetes Gewinnspiel gegen das Heilmittelwerberecht verstoßen kann.

Die Beklagte war Herstellerin eines nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittels zur Behandlung von Sodbrennen. Für dieses Präparat schaltete sie in einer Fachzeitschrift für pharmazeutisch technische Assistentinnen (PTA) eine ganzseitige Anzeige. Diese Anzeige beinhaltete ein Gewinnspiel, an dem man nach der Beantwortung von drei Fragen teilnehmen konnte. Die Lösung der Fragen ergab sich aus dem Anzeigentext. Zu gewinnen waren Preise im Wert von bis zu 21,91 Euro.

Hiergegen klagte ein Wettbewerbsverband, der in der Anzeige einen Verstoß gegen das Heilmittelwerberecht sah. Nachdem bereits das LG Köln die Beklagte verurteilt hatte, gab nun auch das OLG Köln dem Kläger Recht.

In der vorliegenden Werbung sei eine unsachliche Beeinflussung zu sehen. Die ausgelobten Preise lägen deutlich über dem Stundenlohn einer PTA. Diese stünden daher nicht in einem angemessenen Verhältnis zu der von der PTA erbrachten Leistung, nämlich der Beantwortung der drei Fragen. Die Beklagte könne nämlich keine nützlichen Informationen aus der Beantwortung der Fragen ziehen ...

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