Chaos am Landgericht Berlin – Richter weg – Akte weg!

Gestern in einer deutsch-polnischen Angelegenheit am Landgericht Berlin:

Die polnische Mandantin wartet voller Hoffnung auf den Richter. Nachdem dieser auch nach 20 Minuten nach der Terminsansetzung nicht erscheint, entschließt sich der Kollege der Gegenseite den „Richter suchen zu gehen“. Ich sicherte zu, dass ich kein Versäumnisurteil beantragen werde, wenn der Richter nun vor dem Kollegen wieder auftauchen würde (der Kollege wusste nicht so recht, ob meine Bemerkung dazu ernst oder Spaß war). Nach 10 Minuten kommt der Richter hastig den Flur entlang und meint, dass er den Termin vergessen hatte. Kann ja mal passieren. Die Mandantin ist überrascht, hatte sie doch erwartet, dass in Deutschland alles gut organisiert ist.

Dies war aber noch nicht alles.

Der Schock kam dann als der Richter mit gesenktem Kopf und leiser Stimme (normalerweise verhalten sich Richter ja meist genau umgekehrt) mitteilte, dass er die Akte nicht hätte und auch gar nicht wüsste, worum es in der Sache ging. Na ja, dann müsste er eben nochmals zurück zum Geschäftszimmer und die Akte schnell holen; ein kleiner Sprint kann ja nicht schaden. Aber denkste! Die Aussage des Richters war wortwörtlich zu verstehen; er hatte die Akte wirklich nicht und zwar so richtig nicht, nämlich gar nicht ...

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