Boock, Buback, Becker

Verena Becker mit ihren Verteidigern

Das herzliche Wiedersehen fiel aus. Soweit für mich erkennbar, wechselten Verena Becker und Peter-Jürgen („mit Bindestrich!“) Boock heute in Stammheim kein Wort. Verena Becker wirkte entspannter als sonst, war mit blauer Bluse und grauem Pullover besser gekleidet, als sonst und trug diesmal eine andere, viel dezentere und fast modische Sonnenbrille. Nonverbale Signale an den Genossen von damals? Peter-Jürgen Boock schlurfte wie in der vergangenen Woche mit hängenden Schultern in den Saal und setzte sich an den Zeugentisch. Verena Becker blieb stehen, bis das Gericht kam. Eine weitere Geste gegenüber Boock oder den zahlreichen Zuschauern?

Zu den Kraftproben vor Gericht gehört es (besonders in Staatsschutzverfahren) gerne, dass die Angeklagten sich nicht oder nur unwillig erheben, wenn der Senat den Saal betritt. Clevere Angeklagte lösen diese Konfrontation, in dem sie nach dem Eintreten stehen bleiben, bis das Gericht kommt. So ersparen sie sich das Aufstehen. Verena Becker tat heute genau das – obwohl sie bislang durchaus auch für den Senat aufgestanden war. Scheute sie es heute, weil Peter-Jürgen da war und es sich für eine aufrechte Ehemalige nicht gehört, sich vor den Richtern des „Schweinesystems“ (RAF-Jargon) zu erheben?

Peter-Jürgen Boock gab jedenfalls kein gutes Bild ab. Seine Aussage war teils schleppend, teils etwas flüssiger. Aber immer sehr leise und verhalten, im gleichen Duktus den man aus seinen Radio- oder Fernsehinterviews kennt. Er berichtete von seiner Jugend, häufigem Streit mit den Eltern, Ausbruchsversuchen und ersten Drogenkontakten in den Niederlanden. Im zarten Alter von 14 Jahren. Doch die Polizei griff ihn damals auf, er kam in ein Heim. Dort beteiligte er sich an einer Revolte, kam ins nächste Heim, diesmal nach Mittelhessen ...

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