Mit Hilfe von Reto U. Schneider über Christiane Stenger zu Johannes Buno

Bei der Suche nach »Bildern in gedruckten Rechtsbüchern« für das Projekt »Visuelle Rechtskommunikation« waren uns die Bücher von Murner und Buno zur Bildmnemonik aufgefallen. Über Murner habe ich hier im Blog schon einmal berichtet. Ein Artikel von Reto O. Schneider »Der Löwe spielt Tuba« in der Fams1 hat mich nun an Johannes Buno erinnert. Schneider beschreibt in der Form eines Selbsterfahrungsberichts seine Versuche, mit seinem sechsjährigen Sohn im Memory-Spiel gleichzuziehen. Dazu trainiert er mit Methoden, die die Gedächtnisakrobatin Christiane Stenger vorgeschlagen hat. Am Ende sind die Anstrengungen umsonst, weil das Gedächtnistraining nur eben genau die Fähigkeit verbessert, die man trainiert (wusste ich auch nicht). Wer besser Memory spielen will, muss daher Memory üben. Am Ende erfährt man dann aber, dass es doch eine Übung gibt, um die sogenannte fluide Intelligenz zu trainieren, nämlich »N-back«2. Ich habe keine Ahnung, ob und was das für die Gedächtnisfunktion von Bildern in unserem juristischen Kontext letztlich bedeutet. Ich finde den Artikel von Schneider aus zwei Gründen interessant. Erstens, weil er sehr anschaulich die beiden historischen Methoden des Gedächtnistrainings beschreibt, die Loci-Methode, auch Routenmethode genannt, und die Mastermethode. Die Loci-Methode ist der Klassiker der antiken Bildmnemonik. Wir schildern in unserem Buch (S. 85), wie sie uns der Repetitor Dr. Marco von Münchhausen vorgeführt hatte. Die Mastermethode ist eine Technik, um sich Zahlen zu memorieren. Dazu werden für die Zahlen von 1 bis 100 künstliche Merkworte gebildet. Der in Lüneburg als Schuldirektor tätige Pädagoge und Theologe Johannes Buno (1617-1697) hatte 1670 zunächst ein unbebildertes juristisches Repetitorium verfasst ...

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