Psycholytische Psychotherapie

Die Psycholytische Psychotherapie oder Psycholytische Therapie bezeichnet ein vom wissenschaftlichen Mainstream abgelehntes Behandlungsverfahren (“Substanz-unterstützte Psychotherapie”), bei der Stoffe aus der Gruppe der Psychedelika – wie etwa LSD, Psilocybin, Mescalin und Ketamin – sowie der Empathogene – wie beispielsweise MDMA (“Ecstasy”) -, verwendet werden, die eine bewusstseinsverändernde Wirkung, aber kein bzw. wenig substanzeigenes Abhängigkeitspotenzial haben. Diese Stoffe werden aufgrund ihrer Eigenschaften, psychisches Erleben zu intensivieren und umzustrukturieren, auch als “psycholytische” (“seelenlösende”) oder “psychedelische” (“den Geist offenbarende”) Stoffe bezeichnet. Nach der der Psycholyse zugrunde liegenden Theorie sollen diese Substanzen die dynamische Beziehung zwischen bewussten und unbewussten Teilen der Persönlichkeit verändern und so dazu führen, dass zu rigide Abwehrstrukturen gelockert und die Integration abgespaltener und verdrängter Persönlichkeitsanteile und Erfahrungen erleichtert werden.

Diese Psycholytische Psychotherapie ist (vorsichtig formuliert) äußerst umstritten. Und der ärztliche Psychotherapeut handelt auch regelmäßig rechtswidrig, wenn er während der Therapie illegale Substanzen wie LSD oder MDMA einsetzt. In weitergehendes strafrechtliches Risiko hat der Bundesgerichtshof jetzt jedoch dem die Psycholyse einsetzenden Arzt abgenommen:

Anlass für das Urteil des Bundesgerichtshofs war ein Fall aus Berlin, der 2009 bundesweit für Schlagzeilen sorgte: Der auf psychotherapeutische Behandlungen spezialisierte Arzt führte regelmäßig psycholytische Gruppensitzungen durch. Im September 2009 führte er eine Intensivsitzung durch, in deren Rahmen sich sechs Gruppenmitglieder zur Einnahme des Rauschgifts MDMA (“Ecstasy”) bereiterklärten ...

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