Mal kräftig ins Horn blasen!

Das Bundesarbeitsgericht hatte über einen relativ ungewöhnlichen Fall der betriebsbedingten Kündigung zu entscheiden. In dem konkreten Fall klagte ein Orchestermusiker gegen seine Kündigung, welche der Beklagte Arbeitgeber nach 20 Jahren der Zugehörigkeit zum Orchester ausgesprochen hatte.

Hintergrund bestand darin, dass dem Orchester gegenüber seitens des Landes Thüringen die öffentlichen Mittel in ganz erheblichem Umfang zusammengestrichen worden. Hieraufhin beschloss die Orchesterleitung, sämtliche Hornisten aus dem Orchester zu streichen und bei Bedarf von außen aufzustocken. Der Kläger trug hierbei vor, es handele sich um eine künstlerische vollkommen unsinnige Entscheidung, da ein Orchester ohne Hornist nicht in der Lage sei, ein Orchesterstück ordnungsgemäß darzubieten.

Nun hatte unser Musiker das kleine Problem, dass eine unternehmerische Entscheidung des Arbeitgebers durch die Arbeitsgerichte und damit auch durch das Bundesarbeitsgericht nur dahingehend überprüfbar ist, ob der Entscheidung selber willkürliche Gründe zugrunde liegen. Ob eine unternehmerische Entscheidung wirtschaftlich oder sonst wie sinnvoll ist, haben die Gerichte nicht zu überprüfen. Das gilt selbst dann, wenn sich die Unsinnigkeit einer Entscheidung geradezu zwingend aufdrängt.

Genauso war es hier: die Entscheidung ging dahingehend, sämtliche Hornisten aus dem Orchester zu entfernen ...

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