Fristlose Kündigung nach vermeintlichem Faustschlag und der Äußerung: „Pass bloß auf, Junge!“

Das Landesarbeitsgericht Köln hatte über die Wirksamkeit der fristlosen Kündigung eines Dachdeckergesellen zu entscheiden. Anlass für die Kündigung war eine hitzige Auseinandersetzung, die der gekündigte Arbeitnehmer mit dem Junior-Geschäftsführer seines Arbeitgebers hatte. Hintergrund dieser Auseinandersetzung war, dass der Arbeitgeber gepfändetes Gehalt des Arbeitnehmers nicht an den Pfändungsgläubiger abgeführt hatte. Im Rahmen des Streitgesprächs ließ der Junior-Geschäftsführer die Bemerkung fallen, dass sich die Ehefrau des Arbeitnehmers gegenüber der Steuerberaterin des Arbeitgebers in einem Telefongespräch „asozial“ verhalten habe.

Die weiteren Einzelheiten der Auseinandersetzung sind zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber streitig geblieben. Der Arbeitgeber behauptete im Kündigungsschutzprozess, dass der Arbeitnehmer versucht habe, den Junior-Geschäftsführer mit einem Faustschlag im Gesicht zu treffen und eine Kopfnuss zu geben. Der von Arbeitgeber benannte Zeuge sagte vor Gericht aber aus, weder einen Faustschlag noch eine Kopfnuss des Arbeitnehmers gesehen zu haben.

Der Arbeitgeber begründete die fristlose Kündigung jedoch zusätzlich auch damit, dass der Arbeitnehmer den Junior-Geschäftsführer „angegangen“ und sich diesem „Nase an Nase“ gegenüber gestellt habe ...

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