Fall Kachelmann: Vor der Schlacht der Gutachter

© Gerd Altmann / pixelio.de

Morgen geht es also wieder los: die heisse Phase des Prozesses gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann, dem man die Vergewaltigung seiner Freundin vorwirft, beginnt – oder sollte man sagen, der Prozess beginnt eigentlich morgen erst richtig?

Es gibt ja zwei grosse Bereiche, die vor dem Landgericht Mannheim sachverständigenseits abzudecken sind: der Bereich, ob sich der durch die Anzeigeerstatterin geschilderte Sachverhalt überhaupt belastbar nachvollziehen lässt, und die Frage, ob ihre Aussage einen solchen Grad an Glaubwürdigkeit besitzt, dass man ihr folgen kann. Beides muss beim Gericht mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit zu der Überzeugung führen, dass Herr Kachelmann seine Freundin tatsächlich vergewaltigt hat.

Doch zunächst ein paar Fakten zur Stellung des Sachverständigen im Strafprozess: Der von mir geschätzte Professor Hinrich Rüping hat eine interessante Abhandlung zur Rolle des Sachverständigen im Strafverfahren geschrieben: http://www.pknds.de/fileadmin/user_u…_Rueping_2.pdf

Aus diesem Thesen folgte eine kurze Zusammenfassung, soweit sie für den Prozess gegen Herrn Kachelmann relevant sein dürften:

Ein Strafverfahren entscheidet verbindlich über die (rechtliche) Schuld oder Nichtschuld des Angeklagten. Der Sachverständige ist bei der Entscheidungsfindung „Gehilfe“ des Gerichts, er wird unter dessen Anleitung tätig und hat die Objektivität wie das Gericht zu wahren. Ein Sachverständiger ist nur dann zu beauftragen, wenn es im Prozess auf Tatsachen ankommt, für deren Feststellung oder Bewertung dem Gericht die eigene Sachkunde fehlt. Staatsanwaltschaft und Gericht entscheiden ohne Beteiligung des Angeklagten über die Sachverständigen, dem Verteidiger steht ein Stellungnahmerecht zu. Die Verteidigung kann eigene Sachverständige laden und Beweisanträge zu Sachverständigen (Person und Ziel) stellen, allerdings bewertet Prof ...Zum vollständigen Artikel

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