Wege zum Reichtum

in der vergangenen Woche hatte ich einen netten Fall, der beweist, dass man als Anwalt nur eine gewisse Dreistigkeit haben muss. Die Mandantin, die in Süddeutschland geschieden wurde, wurde dort von einer Kollegin vertreten, die im Ehescheidungsverfahren für das damals noch minderjährige Kind einen Unterhaltsvergleich abgeschlossen hatte, der auf Zahlung des Mindestunterhalts lautete. So weit, so gut. Dann ging aber der Irrsinn los. Da der Kindesvater nicht zahlte, beauftragte die Mandantin die Kollegen mit der Zwangsvollstreckung. Es wurde munter vollstreckt, und es stellte sich heraus, dass der Kindesvater in anderer Sache etwa ein halbes Jahr vorher bereits die eidesstattliche Versicherung (bekannt als „Offenbarungseid“) abgegeben hatte. Aus der Akte wusste die Kollegin, dass der Kindesvater bereits bei einem neuen Arbeitgeber, einem anderen als in der eidesstattlichen Versicherung angegeben, Arbeit gefunden hatte. Unverständlich ist, warum nicht zunächst eine Pfändung des Lohns bei diesem Arbeitgeber versucht wurde, statt wochenlang hinterher zu vollstrecken, wobei jeder Anwalt weiß, dass nur ein ganz geringer Prozentsatz der Vollstreckungsaufträge an Gerichtsvollzieher tatsächlich Erfolg im Sinne des Eintreibens der Forderung haben. Diese Vorgehensweise ist meines Erachtens jedenfalls nicht effizient und führte auch nicht zum Erfolg. Nachdem die eidesstattliche Versicherung vorlag, übersandte die Kollegin ihre Rechnung, mit dem Hinweis, dass sie weitere Vollstreckungsmaßnahmen nicht für Erfolg versprechend erachte. Das Einkommen des Schuldners liege an der Pfändungsgrenze ...

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