"Schützer der Erde" wollen als Jugendhilfe-Träger anerkannt werden

Im Ferienprogramm der Stadt Marktheidenfeld sind die „Schützer der Erde e.V.“ aus Esselbach bereits aktiv, jetzt will der Verein als offizieller Träger der freien Jungendhilfe anerkannt und mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Landratsamt und Regierung von Unterfranken haben den Antrag abgelehnt, am Donnerstag wurde vor dem Würzburger Verwaltungsgericht verhandelt.

„Zweck des Vereins ist die Bildung und Erziehung sowie der Tier- und Naturschutz. Wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit ist die Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“. So steht es in der Satzung der „Schützer der Erde“. Im Februar 2009 beantragten sie, vom Landkreis Main-Spessart als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt zu werden. Das Landratsamt lehnte ab, unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass „nach den eingereichten Unterlagen insgesamt wohl mehr außerhalb der Jugendarbeit liegende Ziele, wie zum Beispiel die Lehre und Verbreitung einer bestimmten Religionsgemeinschaft verfolgt werden“.

Thomas Müller-Schöll, Gründungsmitglied und 2. Vorsitzender des Vereins, findet das „absurd“ und „skandalös“. Er gibt offen zu, dass er sich der Glaubensgemeinschaft „Universelles Leben“ (UL) verbunden fühlt. Das habe aber mit dem Verein nichts zu tun: „Wir sind nicht an irgendeine Religionsgemeinschaft gebunden. Unsere Vereinsmitglieder haben ganz unterschiedliche Konfessionen“, sagte Müller-Schöll am Rande des gestrigen Prozesses. Auch mit der UL-Schule „Lern mit mir“ in Esselbach habe der Verein nichts zu tun. Die Aussagen der Behörde bezeichnete er als „rechtswidrig und wahrheitswidrig“.

Landratsamt und Regierung verzichteten darauf, einen Vertreter zu der mündlichen Verhandlung vor der 3. Kammer des Verwaltungsgerichts zu schicken. Sie gehen offenbar davon aus, dass ihre im Vorfeld des Prozesses schriftlich vorgetragenen Argumente ausreichen, um eine Abweisung der Klage zu erreichen ...

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