Ports Blitz! - Warnung für alle Inhaber eines Internetanschlusses

Internetanschlussinhaber können offenbar einfach nicht rechtmäßig handeln, wenn über ihren Anschluss - von wem auch immer - Filesharing betrieben wird. Das scheint jedenfalls das Landgericht Köln zu denken, wie jetzt aus dessen Beschluss vom 10.10.2011, Aktenzeichen: 28 O 421/10 hervorgeht. Ein paar Kilometer nördlich, beim Landgericht Hamburg, hatte man ja jüngst die Devise ausgegeben: Filesharing-Ports sperren, sonst Haftung. Und das hatte der Anschlussinhaber im vorliegenden Fall auch tatsächlich gemacht: Nur Port 80 des Modems sei freigegeben worden. Das ist der Port, über den der Dienst http abgewickelt wird, über den also beispielsweise mit dem Browser Internetseiten abgerufen werden können. Viel restriktiver kann man eine Firewall wohl nicht einstellen - nicht einmal E-Mails könnte man über dieses Modem versenden. Die brauchen nämlich Port 25 und den Dienst SMTP (dazu ein paar Erläuterungen der Wikipedia). Den Richtern aber war auch das noch nicht genug. Zunächst erfinden sie einen neuen Markt für Modemhersteller - genauer: für Hersteller "bestimmter" Modems (wird bestimmt ein Verkaufsschlager):
"Des Weiteren wäre auch die Einrichtung einer wirksamen „firewall“ möglich und zumutbar gewesen, durch die die Nutzung einer Filesharing-Software verhindert werden kann [...] Auch andere technische Möglichkeiten, wie die Nutzung bestimmter Modems hat der Beklagte nicht dargelegt."
Hier verweist das Gericht im Beschluss dann auch noch auf eine "insgesamt bestätigend(e)" Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln - in dem aber das Wort "Modem" oder auch "Firewall" an keiner Stelle vorkommt.
"(vgl. hierzu insgesamt bestätigend, zuletzt, OLG Köln, Beschluss vom 11.09.2009, Az. 6 W 95/09) ...
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