Deutschlands Arbeitsgerichte (5) – München

Auf dem Boden heller Travertin, dahinter eine polierte Marmorwand, mittelgrau: Mies van der Rohes rekonstruierter Barcelona-Pavillon oder sein Haus Tugendhat bei Brünn? Nein, wir sind in München und „in den frühen 70er-Jahren“, die Bayrische Landeshauptstadt steckt in den Vorbereitungen für die Olympiade 1972.

Arbeits- und Landesarbeitsgericht München sind in einem Carré zwischen Winzerer und der Schleißheimer Straße untergebracht. Der gesamte Gebäudeblock wurde vom Architekten Ludwig Ernst aus München entworfen. Leider stand der mittlerweile 84-Jährige nicht für ein Gespräch zur Verfügung, so dass wir auf seine Erläuterung zu dem Entwurf verzichten müssen.

Die Baugenehmigung wurde am 12.05.1970 für das Stahlbetongebäude erteilt und der südwestliche Gebäudeteil an der Winzerer Straße 104 zum 01.03.1973 für das Arbeitsgericht angemietet. Das Carré besteht aus zwei Gebäuderiegeln mit sechs bis sieben Etagen an der Winzerer und der Schleißheimer Straße und lediglich zwei- bis dreigeschossigen Gebäudeteilen zur Herzog- und Clemensstraße hin.

Der markantere Teil des Blocks ist die Winzerer Straße, obwohl die Schleißheimer die belebtere ist. Hier macht der Grundriss nicht nur einen leichten Knick nach Westen, auch läuft das Gebäude in einem „Turm“ an der Clemensstraße aus. An der Schleißheimer Straße zeigt es dagegen sich mit einheitlicher, gerader Frontseite. Dort befand sich früher das Bayrische Oberste Landesgericht, nach dessen Auflösung finden Sie heute einen Supermarkt und ein Möbelgeschäft.

Die Fassade des gesamten Gebäudeblocks wird von den mit braunen Rahmen versehenen Fensterbändern dominiert, die lediglich durch Sichtbetonbänder unterteilt werden. Das kennen wir schon von anderer Stelle ...

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