Wenn der gute Arzt zum Teufel wird

Der Patient wacht aus der Narkose auf und bekommt von seinem Arzt zu hören: "ich habe Sie operiert und Ihnen dabei die falsche Lungenhälfte herausgeschnitten." Ein wahrlich böses Erwachen. Es werden falsche Medikamente verabreicht oder mal das falsche Bein amputiert. Fehler dieser Art passieren schon mal an deutschen Krankenhäusern.

Grund: Übermüdete Ärzte, personelle Unterbesetzung, aber vor allem Strukturmängel führen zu solchen Fehlern. Aus Angst vor den Konsequenzen werden diese Fehler jedoch gerne mal unter den Teppich gekehrt. Oder es wird zumindest versucht. Wenn ein solcher Fall eingetreten ist, stellt sich natürlich die Frage nach Schadensersatz-ansprüchen, die der Geschädigte gelten machen kann.

Sachverhalt nach BGHz 106, 28 Aufgrund eines ärztlichen Behandlungsfehlers des Beklagten A kam es bei der Klägerin K im Alter von einem Jahr und vier Monaten zu einem vorübergehenden Atem- und Herzstillstand, der eine Hirnschädigung mit Erblindungs- und Lähmungsfolgen nach sich zog. Mit der hier zugrundeliegenden Klage verlangt die Klägerin von dem Beklagten u.a. Schadensersatz.

Des Weiteren verlangt die Klägerin K vom Beklagten A Schadensersatz für die Betreuung durch ihre Eltern während ihrer Krankenhausbehandlung und der nachfolgenden ambulanten Behandlung und Rehabilitation. Sie behauptet, ihre Eltern hätten auf ärztliches Anraten in der Zeit der Krankenhausbehandlung praktisch ihre gesamte Freizeit an ihrem Krankenlager verbracht und in erheblichem Umfange weitere Freizeit im Verlaufe der späteren ambulanten Behandlung aufgewendet.

I. Die K könnte gegen A einen Anspruch auf Schadensersatz aus § 823 Abs. 1 BGB verlangen.

1) Haftungsbegründender Tatbestand

A hat die K rechtswidrig und schuldhaft an Körper und Gesundheit verletzt. Daher ist A der K zum Schadensersatz verpflichtet.

2) Haftungsausfüllender Tatbestand

Der Umfang des zu leistenden Schadensersatzes bemisst sich nach den §§ 249 ff ...

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