Amtsgericht Worms vollstreckt sehenden Auges unbegründeten Sicherungshaftbefehl

Zwei Mal war er vom Amtsgericht Worms zu Freiheitsstrafen wegen Unterhaltspflichtverletzung verurteilt worden. Die Vollstreckung war jeweils zur Bewährung ausgesetzt worden, u.a. mit der Weisung Unterhalt zu zahlen. In der zweiten Verurteilung wurde ein Bewährungshelfer bestellt und die Bewährungsaufsicht auf das Wohnsitzgericht übertragen. In der älteren Sache unterblieb dies versehentlich. Die Bewährung wegen der zweiten Verurteilung lief gut. Er hatte guten und regen Kontakt zum Bewährungshelfer und diesem auch mitgeteilt, daß er seinen Wohnort gewechselt hatte. In der älteren Verurteilung beschwerte sich die Kindmutter über wenige Tage zu spät erbrachte Unterhaltszahlungen beim Amtsgericht Worms. Nachdem das Kind 18 war und nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Unterhalt tituliert war, stellte er die Zahlungen ein. Die Kindsmutter lief Amok, schickte zahlreiche Briefe an das Amtsgericht Worms und erstattete Strafanzeige wegen Unterhaltspflichtverletzung. Das Verfahren wurde alsbald gemäß § 170 II StPO eingestellt. Das Amtsgericht Worms nahm die Schreiben allerdings zum Anlaß, den Widerruf der Bewährung anzudrohen. Das Schreiben kam nicht an, weil er ja inzwischen verzogen war, was er dem Bewährungshelfer ja auch bekannt gegeben hatte. Das Amtsgericht Worms erließ darauf Sicherungshaftbefehl. Anfang Januar wurde er in Berlin, dem neuen Wohnsitz, verhaftet ...

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