Schäden beim unentgeltlichem Auftrag

Bei einem unentgeltlichen Auftragsverhältniss (im entschiedenen Fall das unentgeltliche Mähen einer Wiese) trägt der Auftraggeber solche risikospezifischen Zufallsschäden, die dem Auftragnehmer unfreiwillig entstehen (hier: Beschädigung des Mähwerks durch verborgene Schachtdeckel), auch ohne eigenes Verschulden zu ersetzen (§ 670 BGB).

Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte zu entscheiden, ob der Kläger Zahlungsansprüche gegen den Beklagten geltend machen kann wegen einer von ihm behaupteten Beschädigung seines Mähwerks beim Mähen einer Wiese des Beklagten, von dem er hierzu beauftragt worden ist. Zu Recht und mit zutreffender Begründung hat das Landgericht dem Kläger einen Schadensersatzanspruch in Höhe von 7.862,50 EUR nebst Zinsen zugesprochen. Die Haftung des Beklagten folgt aus §§ 662, 241 Abs. 2, 280 Abs. 1, 249, 276 BGB. Der Kläger wurde vom Beklagten beauftragt, dessen Wiesen unentgeltlich zu mähen. Hierin liegt die Begründung eines Auftragsverhältnisses im Sinne von §§ 662 ff. BGB.

Das Oberlandesgericht sah es als erwiesen an, dass das Mähwerk des Klägers beim Mähen einer Wiese des Beklagten am 06.08.2008 durch Überfahren eines nicht gekennzeichneten Schachtdeckels beschädigt worden ist (§ 286 ZPO). Der Beklagte hat diesen Schadenshergang jedenfalls in seiner schriftlichen Schadensanzeige vom 08.08.2008 eingeräumt. Gleiches geht aus dem Schreiben des Beklagten vom 22.10.2008 hervor. Die aus der Parteivernehmung des Klägers gewonnenen Erkenntnisse sind im Prozess zusätzlich verwertbar. Eine Parteivernehmung von Amts wegen nach § 448 ZPO darf erst nach Erhebung aller angebotenen Beweise erfolgen. Erforderlich ist weiter, dass bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit der umstrittenen Behauptung erbracht ist und das Gericht durch die Parteivernehmung die Ausräumung seiner restlichen Zweifel erwartet ...

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