Freispruch "zweiter Klasse" für Dirigent Jin Wang

Im Zweifel für Jin Wang: Der ehemalige Generalmusikdirektor (GMD) des Würzburger Mainfranken Theaters ist am Dienstag vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freigesprochen worden. Dem 50-jährigen Dirigenten lag zur Last, am 20. Mai 2007 eine damals 22-jährige Musikstudentin im Treppenhaus vor ihrer Wohnung gezwungen zu haben, sexuelle Handlungen zu dulden. Der Freispruch sei allerdings nicht wegen erwiesener Unschuld, sondern nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ erfolgt, betonte der Vorsitzende Richter Claus Barthel: Von einem Freispruch wegen erwiesener Unschuld sei Wang „in etwa soweit entfernt wie die Sonne vom Mond.“

Für die 1. Strafkammer des Würzburger Landgerichts steht fest, dass der Dirigent vor der angeklagten Tat wochenlang versuchte, die Studentin für sich zu gewinnen. Er lud sie zum Essen und zu Konzerten ein, schenkte ihr Parfüm. Auch der Aussage der jungen Frau über die Geschehnisse im Treppenhaus schenkten die Richter weitgehend Glauben. Demnach hat Wang die junge Frau gegen ihren Willen unter anderem geküsst, an der Brust und im Intimbereich berührt und ihre Hand an sein erigiertes Glied geführt.

Nicht ausräumen ließen sich für die Kammer aber die Zweifel daran, ob die Studentin sich dabei deutlich genug gegen die Avancen des Dirigenten zur Wehr gesetzt hat. „Davon sind wir nicht mit der erforderlichen Sicherheit überzeugt“, so Barthel ...

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