“Public Criminology” – Der Kriminologe als kriminalpolitischer Akteur

Dieser Beitrag bildet den Auftakt einer kleinen Artikelserie zum Thema Public Criminology. Im Rahmen eines Projektseminars waren Hamburger Studierende des Instituts für kriminologische Sozialforschung und des Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft aufgefordert, ein aktuelles gesellschaftliches Problem, das einen Bezug zur (kritischen) Kriminologie aufweist, in einer für Laien verständlichen Form zu erläutern. Dabei sollte eine (fiktive) Öffentlichkeitskampagne konzipiert werden, die geeignet ist, ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Sowohl die Wahl des Themas als auch die Art der Kampagne blieb den Studierenden überlassen.

Den theoretischen Rahmen des Seminars bildeten verschiedene Texte zur Public Criminology, von denen einige im Folgenden vorgestellt werden.

Public Criminology in der gegenwärtigen Wissenschaftsdebatte

Ian Loader & Richard Sparks (2010) Public Criminology? (Key Ideas in Criminology), Routledge.

Unerheblich, ob es sich um Lebensmittelskandale, die Sicherungsverwahrung von Straftätern oder der gesellschaftliche Umgang mit jugendlicher Devianz handelt – immer wieder sind KriminologInnen gefragt, ihr Expertenwissen in den öffentlichen Diskurs einzubringen und die Entwicklung von Verbrechen und Verbrechenskontrolle zu kommentieren.

Auch andere Fachdisziplinen stehen als gesellschaftliche Wissensmanufakturen in der Verantwortung, gesellschaftliche Entwicklungen zu begleiten, zu evaluieren und ggf. zu kritisieren; aber als eine Disziplin, die sich das Studium des „lawmaking, lawbreaking, and the reactions to lawbreaking“ (Sutherland/ Cressey 1974) auf die Fahnen geschrieben hat, mag diese soziale Verantwortung in einem noch größeren Maße auf der Kriminologie lasten.

Es verwundert deshalb nicht, dass das Thema Public Criminology derzeit Konjunktur hat ...

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