Das LAG Köln und der BH

In den letzten Tagen fielen zwei Meldungen auf, welche das Tragen eines BHs betrafen:

die erste Meldung kam aus Belgien, genauer gesagt aus dem Knast in Hasselt. Dort wird Anwältinnen nahegelegt, ihre Mandanten ohne BH im Gefängnis aufzusuchen. Hintergrund ist natürlich nicht, dass den Srafgefangenen damit etwas Gutes getan werden soll (worüber man sich im Einzelfall wohl auch trefflichst streiten könnte …), sondern die Tatsache, dass die elektronische Kontrollschranke schlicht auf die Metallbügel im BH reagiert und piept. Ja, die Dinger können schon mal sehr fein eingestellt sein – jeder, der – wie ich – mal durch die Kontrolle im Flughafen Heraklion (Kreta) musste, weiß, dass die dortige Schranke sogar auf den Ehering anspricht. Trockener Kommentar des Anstaltsleiters in Hasselt:”wer piept, kommt nicht rein” – mit Stripeinlagen seitens der belgischen Kolleginnen in Hasselt ist also insgesamt nicht zu rechnen

Die viel wichtigere Meldung betraf eine Entscheidung des LAG Köln vom 18.08.2010 (3 TaBV 15/10), welche nunmehr endlich im Volltext der Begründung (http://www.justiz.nrw.de/nrwe/arbgs/koeln/lag_koeln/j2010/3_TaBV_15_10beschluss20100818.html) vorliegt.

In der Presse waren schön plakative Schlagzeilen zu lesen, welche den Tenor “Der Arbeitgeber darf weiblichen Mitarbeitern das Tragen eines BHs vorschreiben” hatten. Das ist natürlich schön reißerisch und auch der Inhalt der Entscheidung, in der es tatsächlich (auch) um das Tragen eines BHs ging, gab hierfür zugegebenermaßen durchaus eine Steilvorlage – liest man die Entscheidung aber und führt man sich den eigentlichen Gegenstand des Verfahrens, nämlich das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats, vor Augen, kommt man schnell zu dem Schluss: ganz so plakativ stimmt das natürlich nicht!

Der ganzen Angelegenheit lag ein Streit zwischen einer Kölner Sicherheitsfirma und deren Betriebsrat zugrunde ...

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