Schlafwagen, Schießerei und Schussspuren

Eine Vollsperrung der Autobahn führte dazu, dass ich gestern ca. 30 Minuten zu spät zum Buback-Prozess kam. Doch die Blicke der (wenigen) Kollegen im Zuschauerraum signalisierten mir beim Reinkommen sofort: Ich habe nichts verpasst. Dieses nichts war zunächst ganz wörtlich zu nehmen: Als ich den Saal betrat, herrschte Schweigen. Der Zeuge blätterte gefühlte Minuten in Unterlagen, die Richter betrachteten die Decke oder ihre Stifte, Rechtsanwalt Euler las im Buch „Die Rote Armee Fraktion“ des Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger (der früher bei der Bundesanwaltschaft war). Was war passiert? „Das geht schon die ganze Zeit so“, flüsterte mir eine Kollegin zu. Tatsächlich: Zeuge Fu. war eine Geduldsprobe für alle Beteiligten – und es sollte nicht die Einzige des Tages bleiben.

1977 ermittelte der Zeuge, wie Sonnenberg und Becker nach Singen gekommen waren: Er befragte Schaffner und andere Bahn-Beamte (!) nach ihren Erinnerungen und rekonstruierte, dass wohl weitere Personen mit den beiden RAFlern im Zug waren. Doch waren es insgesamt drei, fünf oder sogar noch mehr Personen? Die Zeugen erinnerten sich unterschiedlich. Sicher schien nur, dass der Bruder von Knut Folkerts auf der Strecke Essen – Bonn ebenfalls im Zug war. Eine Tatsache, die Michael Buback (der bereits am Dienstag zeitweise wieder am Prozess teilgenommen hatte) nicht zufriedenstellte. Wie viele Personen seien denn nun mit Sonnenberg / Becker im Zug gewesen, wollte er nochmals wissen. Doch die Ermittlungen konnten es damals nicht klären. Leider hatte der Zeuge auch das nicht mehr präsent – und auch anhand der Akten wurde die Befragung eine zähe Angelegenheit.

Unter dem Strich kam nur heraus: Becker / Sonnenberg waren im Zug ...

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