Indizien-Puzzle überführt Würzburger Feuerteufel

Wegen dreifacher versuchter schwerer Brandstiftung und 13 Fällen der Körperverletzung muss ein 38-jähriger Pizzabäcker aus Würzburg für 7 Jahre und 3 Monate ins Gefängnis. Nach einem fünfmonatigen Indizienprozess mit 15 Verhandlungstagen, 77 Zeugen und 2 Sachverständigen sah es die 1. Strafkammer des Landgerichts Würzburg als erwiesen an, dass der Angeklagte mindestens drei der angeklagten fünf Feuer in Würzburger Wohnhäusern gelegt hat.

Der Angeklagte hatte sämtliche Vorwürfe bis zuletzt abgestritten. Noch am Dienstag hatte ihn sein Verteidiger Norman Jakob im Gefängnis besucht und gefragt, ob er ein spätes Geständnis ablegen wolle. „Er hat mir gesagt, dass er nichts gestehen kann, was er nicht getan hat“, so Jakob, der einen Freispruch nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ beantragte. An keinem der Tatorte waren Finger- oder gar DNA-Spuren des 38-Jährigen gefunden worden. Doch das Gesamtbild zahlreicher Indizien genügte dem Gericht. „Es ist wie bei einem Puzzle: Fügt man die Teile zusammen, ist das Gesicht des Angeklagten deutlich erkennbar“, sagte der Vorsitzende Richter Lothar Schmitt.

Der Pizzabäcker ging den Ermittlern in den frühen Morgenstunden des 26. Oktober 2009 ins Netz und sitzt seither in Untersuchungshaft ...

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