Das Zombie-Gesetz nachträgliche Sicherungsverwahrung

Es gibt nichts Gruseligeres, als wenn ein Toter immer wieder aufsteht und einem an die Gurgel will, man kann ihn umbringen, so oft man will.

Die nachträgliche Sicherungsverwahrung ist zum 1.1.2011 abgeschafft. Good Riddance: Nach dem (heute obendrein in drei Fällen bekräftigten) Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom Dezember 2009 war diese Lösung, wonach besonders gefährliche Straftäter auch nachträglich und über die Zeit ihrer Strafe hinaus in den Maßregelvollzug gesteckt werden können, kaum mehr zu halten.

Kaum ist das Gesetz unter der Erde, klappt es schon wieder den Sargdeckel auf: Der EGMR hat nämlich heute sein Urteil im Fall des Kinder-Vergewaltigers Albert Haidn verkündet, (der bereits 2004 Rechtsgeschichte schrieb, als er vor dem BVerfG die nachträgliche Sicherungsverwahrung nach bayerischem Landesrecht zu Fall brachte).

Nicht abgeschafft genug

Und siehe: Die nachträgliche Sicherungsverwahrung ist nicht abgeschafft genug, um Deutschland nicht noch eine Klatsche vom EGMR zu verschaffen. Denn nur für die Zukunft gibt es sie nicht mehr. Bereits verhängte nachträgliche Sicherheitsverwahrungen bleiben bestehen und führen jetzt ebenfalls dazu, dass die betroffenen Leute das aus der Konstellation der nachträglich verlängerten Sicherungsverwahrung bereits bekannte Dilemma aufwerfen, dass man sie entweder rauslassen muss oder gegen die EMRK verstößt ...

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