Stefan Raab und sein Persönlichkeitsrecht – Preisgabe der Privatsphäre durch Leserbrief

Unsere Kanzlei betreut regelmäßig rechtliche Verfahren, in denen Prominente versuchen möchten, eine Berichterstattung über sie aufgrund einer Persönlichkeitsrechtsverletzung zu untersagen. Diese Verfahren betreffen die unterschiedlichsten Sachverhalte und haben teilweise neben den rechtlich interessanten Aspekten auch unterhaltsame Boulevard-Aspekte.

Dabei wird deutlich, dass einige Prominente offensichtlich regelmäßig gegen Berichterstattungen vorgehen, während andere Prominente sogar Negativ-Berichterstattung scheinbar kampflos dulden.

Dies hat neben der Einstellung des jeweiligen Prominenten in Bezug auf seine Kampfbereitschaft zur Durchsetzung des Persönlichkeitsrechtes und der diesbezüglichen Beratung des beauftragten Rechtsanwalts insbesondere auch mit dem persönlichen Verhalten des Prominenten vor der streitigen Berichterstattung zu tun.

Grundsätzlich und vereinfacht ausgedrückt ist es so, dass Prominente gerade aufgrund ihrer Bekanntheit und ihrem öffentlichen Leben eine Berichterstattung über sie eher zu dulden haben, als nicht prominente Personen. Bei der im Streitfall vorzunehmenden Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht des Prominenten auf der eine Seite und dem Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit auf der anderen Seite überwiegen die Presserechte bei Prominenten damit eher als bei „Normalsterblichen“.

An dieser Stelle muss aber weiter differenziert werden. Wenn ein Prominenter von sich aus die Medien und die Öffentlichkeit sucht und freimütig Interviews beispielsweise über sein Liebesleben gibt, verliert er damit gleichzeitig einen ihm grundsätzlich gegebenen Schutz, welcher eine solche Berichterstattung über die Intim- oder zumindest die Privatsphäre untersagen würde ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK