Böses Erwachen für eBay-Verkäufer: Umsatzsteuer von über 10.000 EUR wegen Auflösung von Bären- und Puppensammlung

Privatverkäufern, die in Wirklichkeit keine sind, droht nicht nur die wettbewerbsrechtliche Inanspruchnahme (Abmahnung) der Konkurrenz, sondern auch Ungemach vom Fiskus.

Der Bundesverband Onlinehandel berichtet aktuell über ein interessantes Urteil des Finanzgerichtshofs Baden-Württemberg (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 22.9.2010, Az.: 1 K 3016/08).

In dem zu entscheidenden Fall hatten als “Privatverkäufer” agierende Mitglieder in einem Zeitraum von 3 1/2 Jahren 1200 Verkäufe über das Auktionshaus eBay abgewickelt und keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt. Dabei wurden nach Ermittlungen des Finanzamts Erlöse von über 100.000,00 € erzielt.

Aufgrund der Erkenntnisse der Steuerfahndung erließ die beklagte Finanzbehörde erstmalige Umsatzsteuerbescheide für die Streitjahre (2003 bis 2005), in denen er den Klägern steuerpflichtige Umsätze von über über 70.000,00 € zurechnete und die sich daraus ergebende Umsatzsteuer auf 11.517,00 € festsetzte.

Dagegen legten die Verkäufer mit der Begründung Einspruch ein, dass d er überwiegende Teil der Sammlung aus Puppen und Teddybären und hier insbesondere der Marke “Steiff” bestanden habe. In geringerem Umfang seien gebrauchte Haushaltsgegenstände betroffen gewesen, die sie selbst nicht mehr benötigt hätten oder die durch Todesfälle in der Familie nicht mehr benötigt worden seien. Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) habe bei einem Briefmarkensammler die Veräußerung seiner Sammlung in einem Wert von 386.000 DM als nicht unternehmerisch im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG) gewertet und diese Rechtsprechung später auf einen Münzsammler übertragen, der seine Sammlung im Wert von 190.000 DM veräußert habe ...

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