Landesarbeitsgericht Hessen: Der Missbrauch von Bonuspunkten durch einen Arbeitnehmer rechtfertigt ohne vorherige Abmahnung keine Kündigung

© Rainer Sturm / pixelio.de

Ich hatte schon eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes zur Frage des Verfalls von Bonuspunkten bei Prämienprogrammen dokumentiert (Klick).

Prof. Dr. Markus Stoffels (Klick) berichtet jetzt über eine Entscheidung des Hessischen Landesarbeitsgericht (Urteil vom 4.8.2010 – 2 Sa 422/10, Pressemitteilung Nr. 11/10 vom 30.12.2010), die eine andere Seite dieser Bonussysteme beleuchtet: Werden solche Bonuspunktesysteme durch Mitarbeiter missbraucht, rechtfertigt dies nicht immer ohne Abmahnung den Ausspruch einer Kündigung.

Hintergrund des Rechtsstreits war das Verhalten eines Arbeitnehmers, dessen Arbeitgeber an einem Programm teilnahm, das es Kunden ermöglichte, für ihren Benzineinkauf Punkte auf ihrer Kundenkarte zu sammeln. Der Mitarbeiter verbuchte während einer Schicht in drei Fällen Umsätze von Kunden, die getankt und nicht an dem Programm teilgenommen hatten, in Höhe von rund 230,00 EUR auf die Kundenkarte eines seiner Kollegen.

Das Landesarbeitsgericht sah darin ein schwerwiegendes Fehlverhalten, denn die Zielsetzung von Kundenbindungssystemen sei es, Kunden an das Unternehmen zu binden. Würden Mitarbeiter hingegen die von Kunden nicht in Anspruch genommenen Punkte für eigene Zwecke sammeln, werde die Absicht des Arbeitgebers unterlaufen. Dies habe der Mitarbeiter auch erkennen können und deshalb die Buchungen auf Karten seines Kollegen unterlassen müssen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK