Dulde die Sperrung der Energieversorgung! Wo Du wohnst, ist mir egal!

Ein neues Jahr hat begonnen und ich bin zuversichtlich, daß sich auch in 2011 im „Justiz-Apparat“ genügend Skurrilitäten oder schlichtweg interessante Sachverhalte ereignen werden, die berichtenswert sind.

Das Jahr beginnt mit einem Urteil des Amtsgerichts Berlin. Ein Berliner Energieversorger hatte (ohne anwaltliche Vertretung) Klage eingereicht auf „Duldung der Anschlußsperrung“. Angeblich hatte der Mandant seine Rechnungen nicht bezahlt und den Bediensteten, der den Anschluß sperren sollte, nicht in die Wohnung gelassen.

Warum ein Auricher Anwalt in einem solchen Fall tätig wird? Ganz einfach: Der Mandant wohnt bereits seit Monaten nicht mehr in Berlin, sondern in Aurich. Dieses betraf auch bereits den Zeitpunkt, zu dem der Anschluß erstmals gesperrt werden sollte.

Auf diesen Einwand hin wurde die Gegenseite hektisch. Aus der Trickkiste kam dann der Vortrag, daß es doch sein könne, daß er die Wohnung untervermietet habe. Er sei dann weiter verpflichtet, die Anschlußsperrung zu dulden.

Über die Vermieterin hat der Mandant dann im Verfahren nachgewiesen, daß der Mietvertrag längst beendet ist und von einer Untervermietung keine Rede sein kann.

Nach einigem Hin und Her erklärt die Gegenseite „die Klage für erledigt“. Das Gericht möge meinem Mandanten die Kosten auferlegen. Schließlich habe er seinen Umzug nicht mitgeteilt und die Klage daher erst erforderlich gemacht. Das Gericht fragte an, ob sich mein Mandant der Erledigterklärung anschliessen wolle.

Pustekuchen. Eine solche „Erledigung“ liegt nur vor, wenn der Grund für die Klage nach Erhebung der Klage weggefallen wären. Mein Mandant war zu diesem Zeitpunkt aber bereits zuvor ausgezogen ...

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