Ausblick 2011 (I): Reicht eine Statistik als Indiz für Diskriminierung?

Innerhalb des LAG Berlin-Brandenburg ist umstritten, ob Indizien für eine Diskriminierung (§ 22 AGG) durch bloße Statistiken - etwa bezüglich der Anzahl von Frauen und Männer auf einer bestimmten Hierarchieebene des Unternehmens - geführt werden können. Während die 15. Kammer des Gerichts am 26.11.2008 (15 Sa 517/08, NZA 2009, 43) der Klage einer Arbeitnehmerin stattgegeben hatte, die allein mit Hilfe von Zahlenverhältnissen ihre geschlechtsspezifische Benachteiligung bei einer Beförderungsentscheidung geltend gemacht hatte, ist die 2. Kammer desselben Gerichts in einem Urteil vom 12.2.2009 (2 Sa 2070/08, NZA-RR 2009, 537) - trotz weiterer Indiztatsachen - zum gegenteiligen Ergebnis gelangt.

Die erstgenannte Entscheidung ist inzwischen vom BAG kassiert worden. Der Achte Senat hat mit Urteil vom 22.07.2010 (8 AZR 1012/08, BeckRS 2010, 75924) das Urteil des Berufungsgerichts aufgehoben und den Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das LAG zurückverwiesen. In den Urteilsgründen heißt es:

Das Landesarbeitsgericht hat nicht alle vernünftigerweise in Betracht kommenden Umstände in sich widerspruchsfrei und ohne Verstoß gegen Denkgesetze berücksichtigt ...

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