Gesellschaftsrecht: Die Abberufung des Geschäftsführers einer deutschen GmbH und einer französischen SARL im Vergleich

Sowohl das deutsche als auch das französische Gesellschaftsrecht sehen die Möglichkeit der Abberufung der gesetzlichen Vertreter durch die Gesellschafter vor. Unterschiede sollten aber in der Praxis nicht unterschätzt werden.

Im französischen Gesellschaftsrecht herrscht das Prinzip der freien Abberufung des gesetzlichen Vertreters (révocation ad nutum). Dieses Prinzip führt insbesondere dazu, dass eine zu hohe im Voraus vereinbarte Abfindung an den abberufenen gesetzlichen Vertreter die Entscheidungsfreiheit der Gesellschafter beeinträchtigen kann und infolgedessen unter Umständen als rechtsunwirksam angesehen wird.

Der Geschäftsführer der SARL (Abk. für Société à Responsabilité Limitée – GmbH französischen Rechts) hat einen gesetzlichen Anspruch auf Schadenersatz (Art. L223-25 Abs. 1 des frz. Handelsgesetzbuchs- Code de Commerce), wenn kein wichtiger Grund (juste motif) vorliegt.

Auf Form und Fristen muss immer geachtet werden, um jegliche Schadensersatzansprüche vom gesetzlichen Vertreter zu vermeiden.

Ist der gesetzliche Vertreter gleichzeitig Angestellter der französischen Gesellschaft (sog. Kumulierung – cumul du contrat de travail et du mandat social) und dabei zwangsläufig mit anderen Funktionen als die reine Geschäftsführung anvertraut, sind die strengen Vorschriften des französischen Arbeitsrechts zur Kündigung des Arbeitsvertrages (contrat de travail ) zu beachten ...

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