NDR bereitet Verena Becker ein Problem

Am Dienstag war für dieses Jahr der letzte Hauptverhandlungstag im Buback-Prozess gegen Verena Becker in Stuttgart. Drei Zeugen standen auf dem Programm: Ein DNA-Gutachter, ein Systemadministrator des BKA und ein Strafgefangener. Jeder hatte interessante Dinge zu berichten - die den Senat wohl noch weiter beschäftigen werden. Eines dürfte nach dem Tag aber definitiv feststehen: Die Angeklagte Verena Becker dürfte auf den Norddeutschen Rundfunk nicht besonders gut zu sprechen sein.

Zehn Bekennerschreiben (RAF-intern: “Krötenerklärung”) sind nach der Ermordung von Siegfried Buback und seine Begleiter abgeschickt worden. Eine Liste habe ich im Beitrag über die DNA-Untersuchungen des BKA an den Umschlägen erstellt. Am Dienstag sagte nun der Rechtsmediziner Prof. Bernd Brinkmann als Gutachter über weitere DNA-Untersuchungen aus - nämlich an den Schreiben selbst. Diese Untersuchungen waren extrem schwierig und fast aussichtlos, weil die Schreiben nicht nur 33 Jahre alt sind, sondern auch mehrfach mit (älteren) Analysemethoden behandelt wurden. Unter anderem wurden Sie dabei komplett in Untersuchungsflüssigkeiten getaucht.

Trotzdem nahm das Team von Prof. Brinkmann an jeder Seite der jeweils 5seitigen Erklärung Proben, so dass insgesamt 120 Untersuchungen durchgeführt wurden. Nur 3 von ihnen lieferten eindeutige Hinweise auf menschliche DNA. Aber zwei dieser drei Treffer weisen eindeutig auf Verena Becker: Jeweils die zweite Seite des Schreibens an die Frankfurter Rundschau (Wahrscheinlichkeit 1:1,8 Mrd) und an den NDR (Wahrscheinlichkeit 1:37 Mrd) waren mit ihrer DNA “behaftet”, wie es unter Kriminalisten heißt.

Damit gibt es nun mindestens 5 der 10 Bekennerschreiben, an denen an irgendeiner Stelle mit Sicherheit die DNA von Verena Becker gefunden wurde. Beim Schreiben an den NDR sogar sowohl auf den Briefseiten, als auch auf dem Kuvert ...

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