Wie Strafverfolger vor den Karren gespannt werden – und warum das nicht immer sinnvoll ist

Man kann den Eindruck gewinnen, daß mit zunehmender Häufigkeit Strafanzeigen erstattet werden, weil das Strafverfahren den Anzeigeerstatter (vermeintlich) nichts kostet und die Strafverfolger sich damit wunderbar vor den Karren der zivilrechtlichen Geltendmachung einer Forderung spannen lassen.

Zwei Beispiele aus jüngster Zeit:

Fall 1:

A vermutet, daß B ihr ein Grundstück verkauft hat, dessen Mängel ihm bekannt waren, und verklagt B. Dumm nur, daß B bestreitet, von den Mängeln gewußt zu haben. Halbwegs günstige Beweismittel stehen A nicht zur Verfügung. Also wird im laufenden Zivilverfahren zum Notnagel gegriffen: Strafanzeige gegen B wegen Betruges! Vielleicht findet ja die Staatsanwaltschaft den einen oder anderen Hinweis auf die von A unterstellte Hinterlistigkeit des B.

Fall 2:

C liefert D Artikel zum Weiterverkauf. D rügt, daß die Artikel erhebliche Mängel aufweisen. Mehrfach weist er darauf hin, daß er die Artikel nicht bezahlen wird, bevor die Mängel nicht behoben sind. Er schickt sogar Lichtbilder der Mängel. Erst rührt C sich gar nicht. Dann fragt er an, ob die Nichtzahlung wirklich an den Mängeln liegt oder ob D vielleicht kein Geld hat ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK