Rudi in Reizwäsche – Zur Zulässigkeit von Tieraufnahmen

Das ist aber ein außergewöhnlicher Fall, den ich so kurz vor Weihnachten bearbeiten durfte. Und ein sehr aufschlussreicher für alle Freunde der Tierfotografie.

Schon der Mandant ist ungewöhnlich – taucht er doch im opulenten rot, samt weißem Bart sowie einem großen Stoffsack in der Kanzlei auf und beschwert sich laut fluchend über die Zunft der grünen Fotografen.

Rudi in Reizwäsche

Meinem Mandanten ist folgendes widerfahren: Sein Traditionsbetrieb unterhält eine kleine Herde von Rentieren, die jedoch nur an einem Tag im Jahr eingesetzt wird und das restliche Jahr über auf der Weide herum toben dürfen. Kein Wunder, dass manch einem Rentier dabei dumme Flausen in den Kopf kommen. Das betrifft ganz besonders Rudi, dasrotnasiges Rentier. Dieses ist ausgebüchst und hat sich zwischen den Wäscheleinen ausgetobt, wo es sich in der delikaten Unterwäsche der Ehefrau meines Mandanten verfing.

Mit dieser zweideutig behangen, wurde er von einem am Grundstück des Mandanten vorbei kommendem Passanten fotografiert. Zufällig handelte es sich um einen grünhäutigen Fotografen, der aus diesem Bild eine Weihnachtspostkarte erstellt hat und mit ihr nun prächtig Geld verdient.

Meinem Mandanten geht es nicht ums Geld, aber ihm ist es peinlich, dass jeder sein Rentier in der Unterwäsche seiner Frau sehen kann. Daher bat er mich zu prüfen, ob der Verkauf dieser Postkarte untersagt werden darf. Er hätte zwar schon den Fotografen darum gebeten, aber dieser hat ihm laut lachend eine Absage erteilt.

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