Einmal Gerichtssachverständiger, immer …

Der Bundesgerichtshof hatte in seinem Beschluss vom 12.11.2004 über die Arbeit des psychiatrischen Sachverständigen Dr. B. aus Wiesbaden viel unschönes gefunden und “seinetwegen” ein Urteil des Landgerichts Koblenz aufgehoben (BGH-StV 2005, 124) . Seine Sachkunde sei nach Lage der Dinge zweifelhaft, sein Gutachten nicht ohne Widersprüche. Bei dem wegen Mordes untergebrachten sei weder eine Sexualanamnese noch eine detaillierte Beziehungssnamnese vorgenommen worden. “Soweit der Sachverständige hier zu Bewertungen gelangte, sind diese teilweise auch im Zusammenhang nur schwer verständlich, etwa wenn von einer gewissen magisch-mystischen Sicht- und Denkweise, von umfassender Exzentrizität, großen soziointegrativen Fähigkeiten usw.die Rede ist, ohne dass diese zusammenfassenden, stark subjektiv wertenden Beschreibungen hinlänglich konkretisiert werden. Die Zusammenfassung, wonach man hier allenfalls an eine so genannte vor sich hindümpelnde psychische Erkrankung denken würde, die mit einer gewissen sozialen Unmöglichkeit, bizarr manierierten Verhaltensmustern und einer gewissen affektiven (…?) inadäquat vergesellschaftet als so genannte schizophrenia simplex … in Erscheinung treten könnte, macht die Diagnose nach ICD-10, F20.6, auf welche hingewiesen wird, kaum nachvollziehbar ...

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