Mozarts ‘Idomeneo’ vor den Arbeitsgerichten

Ein Ausflug in die Nische, die gar keine ist.

Arbeit bildet. Deshalb muss sich auch ein BAG gelegentlich mit hoher Kunst auseinandersetzen, wie die Pressemitteilung zum Urteil vom 16. Dezember 2010 - 6 AZR 487/09 belegt. Das liegt daran, dass in unserem Land alles geregelt ist, auch die Arbeit von Bühnenschaffenden. Auf den zweiten Blick ist das auch dringend erforderlich und keineswegs bürokratischer Wahn: Waren Sie nie in Theater oder Oper und haben sich gefragt, wie man - nach allem, was über das Arbeitsrecht allgemein bekannt ist - Arbeitnehmer zu so später Stunde noch beschäftigen kann oder z.B., ob nicht auch ein Orchester mal streiken darf (ist schon vorgekommen, natürlich!).

Deshalb gibt es eine eigene Tarif- und Gerichtswelt für die deutschen Bühnen, überwiegend repräsentiert von einem Arbeitgeberverband - dem Deutschen Bühnenverein - die eine Schar von Solisten, Bühnenmitarbeitern und Musikern beschäftigen, die meist von der GDBA vertreten werden (einer echten Gewerkschaft, allerdings außerhalb des DGB). Die Tarifverträge hören sich für alle Bühnenerfahrenen gewöhnlich, für alle Außenstehenden eher eigenartig an - Normalvertrag Bühne und Normalvertrag Solo sind die bekanntesten. Eine eigene Gerichtswelt gibt es insoweit, als dass diese Tarife (was als exotisch gelten darf) von der Möglichkeit der §§ 101 ff. ArbGG Gebrauch gemacht und Bühnenschiedsgerichte sowie ein Bühnenoberschiedsgericht eingerichtet haben. Streitigkeiten landen dann drittinstanzlich aber gelegentlich doch beim BAG. So auch hier - und dann geht es mal um was ganz anderes als Arbeitszeit und Eingruppierung ...

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