Über Prozesse, Presse und PR

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Ein nicht ganz uninteressantes Interview mit Medienanwalt Höcker liest man in der SZ aktuell hier. Die Herabwürdigung der Presse von der sog. vierten Gewalt im Staate zu „anmassendem Quatsch“ überrascht allerdings ein wenig. Mal abgesehen davon, dass ich die Meinung nicht teile. Allerdings ist nicht jeder Medienbericht und alle auf ihn aufspringenden Berichte der diversen Medien von jener Bedeutung, die sich die Presse gelegentlich gern zumisst. Manchmal reibt man sich auch verwundert die Augen, ob Presse inzwischen keine selbstbewusste Abgrenzung mehr kennt, geschweige denn beherrscht von dem, was inhaltlich wie im copy-click-retweet-Verfahren andere media eben praktizieren. Bisschen mehr als in jeder selbst grösseren Tages- oder Wochenzeitung fast wortgleich Lesbares erwarte ich persönlich dann ja doch, wenn ich noch einen Sinn in deren Lektüre, erst recht im Printformat sehen möchte.

Beim Thema „Presse als 4. Gewalt“ sollte man aber vielleicht schlicht zwei Dinge trennen, die man im Interview mit Höcker vermisst: Die Bedeutung der Presse per se als 4. Säule in einer demokratischen Rechtsordnung einerseits, ganz pathosfrei, rein praktisch in der Wirkung. Und wie diese tagtäglich den Anspruch anderer und den eigenen an sich dazu erfüllt andererseits. Qualitativ und nicht nur multipräsent quantitativ.

Überraschend aber doch, wenn ausgerechnet ein Medienanwalt derlei postuliert – konterkariert dies doch seine eigene anwaltliche Pressearbeit und deren Sinn und Notwendigkeit selbst dann, wenn man seine Herabgewichtung dieses Satzes von der vierten Gewalt nur auf die mediale Porzessberichterstattung bezogen haben wollte.

Auch über diese hinaus liegt diese Einschätzung mE neben der Sache. Presse und Pressefreiheit und Medien waren und sind Eckpfeiler einer Demokratie ...

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