Oberstaatsanwalt im Wang-Prozess: Kaffeesatz-Leserei eines Gutachters ohne Sachkunde

Auch sechs Verhandlungstage haben nicht gereicht, um den Prozess gegen Jin Wang, den ehemaligen Generalmusikdirektor (GMD) des Würzburger Mainfranken Theaters, wegen sexueller Nötigung zuende zu bringen. „Ich habe nie etwas Böses gemacht“, betonte der 50-jährige Dirigent, der am Dienstag eigens für den Prozess aus Peking einflog – auf eigene Kosten, wie sein Verteidiger Bernd-Jochen Strubel betonte.

Für Wang wäre es nach eigenen Worten „ein großer Vorteil“, wenn der am 2. November begonnene Prozess endlich beendet wäre: „Ich habe viel zu tun und bin offen für eine Lösung“, sagte der Dirigent. Doch es scheiterte am Dienstag auch der mittlerweile dritte Versuch, das Verfahren im Wege des so genannten „Täter-Opfer-Ausgleichs“ gegen Zahlung von 5.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung einzustellen. Die Fronten sind verhärtet: Wang beteuert weiter seine Unschuld und will sich für sein Verhalten gegenüber der bei der Tat 22-jährigen Musikstudentin auch nicht entschuldigen.

Das Opfer, das ungezählte Stunden vor Gericht befragt wurde und sich zahlreichen intimen Fragen der Verteidigung stellen musste, ist ohne Entschuldigung des Angeklagten nicht mit einer Einstellung des Verfahrens einverstanden. Ihr Anwalt Heinz Schöch geht inzwischen noch einen Schritt weiter: „Nachdem die Nebenklägerin von der Verteidigung so vorgeführt wurde, hat sie ein Interesse an der Verurteilung des Angeklagten.“

Die heute 25-jährige Studentin musste überraschend noch einmal in den Zeugenstand, weil die Verteidigung sie erneut nach ihrer BH-Größe befragt haben wollte. Strubel ist überzeugt, dass die junge Frau in wichtigen Punkten die Unwahrheit sagt ...

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