»Verfassungsrecht in Bildern«

Es gibt noch innovative Bücher. Eines davon heißt »Zugänge zum Verfassungsrecht« und stammt von Eike Michael Frenzel.1 Sein Ziel besteht darin, das Verfassungsrecht »zu veranschaulichen«. Dafür wählt Frenzel drei Zugänge. Der erste führt über »Verfassungsgeschichten«. Dabei werden nicht einfach die Fälle von Elfes bis Lüth und Lebach bis Kalkar zitiert, wie sie sich im Rechtsfall darstellen, sondern es werden die Beteiligten mit ihrer Biographie und die Orte mit ihrer aktuellen Geschichte eingeführt. Der dritte Zugang führt über »Alternativen«. Frenzel überlegt: Was wäre, wenn … z. B. wenn das Bundesverfassungsgericht im Lüth-Urteil die Grundrechte nur al Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat behandelt hätte. Auch das eine Perspektive, aus Verfassungsdogmatik anschaulicher wird. Mich hat natürlich am meisten das mittlere Kapitel mit der Überschrift »Verfassungsrecht in Bildern – Bilder im Verfassungsrecht« interessiert. Im Abschnitt über das »Verfassungsrecht in Bildern« gibt Frenzel einen Überblick über die Rolle von Bildern bei der Wahrnehmung und Darstellung des Verfassungsrecht. Zwar sei Rechtswissenschaft eine Textwissenschaft, gleichwohl werde man kaum bestreiten können, »dass Bilder in der Rechtswissenschaft und der juristischen Ausbildung allgegenwärtig« seien (S. 68). Einleitend bietet Frenzel eindrucksvolle Beispiele, wie Bilder, etwa das Foto des von einer Polizeikugel tödlich getroffenen Benno Ohnesorg, zur Wahrnehmung der Verfassung beigetragen haben. Wenn es dann aber zum Schwur kommt und Bilder benannt werden sollen, die zur Darstellung des Verfassungsrechts verwendet werden, bleibt die Ausbeute doch spärlich. Sie beschränkt sich beinahe auf Justitia, den Leviathan und »logische« Bilder ...

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