Die seltsame Aussage des Michael W.

Mit Michael W. aus Karlsruhe erschien gestern im Buback-Prozess ein Zeuge, der das Attentat miterlebt haben will, bis jetzt aber noch nie mit Polizei oder Bundesanwaltschaft über seine Erinnerungen an die Tat gesprochen hat. Michael Buback, der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, hatte den Zeugen über seinen Rechtsanwalt benannt.

Es erschien ein forscher Mann Mitte Fünfzig, in dunkelgrauem Anzug mit weinrotem Pullunder, der sich als selbständiger Kaufmann und Fluglehrer vorstellte. Seine Aussage war so präzise, wie seltsam:

Am Tattag sei er 23 Jahre alt gewesen und habe in der elterlichen Druckerei in Karlsruhe-Durlach gearbeitet. Am Vormittag sei er mit einem weißen VW-Bus der Druckerei von Durlach nach Eggenstein-Leopoldshafen gefahren, um einen Auftrag bei der Firma Streckfuß auszuliefern. Zuvor habe er noch Druckvorlagen bei einer Behörde abgeliefert. Auf dem Weg nach Eggenstein musste W. nach eigenen Angaben „als drittes Fahrzeug auf der rechten Spur“ an der Ampelkreuzung am Tatort kommen. Im Gegensatz zum Fahrzeug des Generalbundesanwalts und des unmittelbaren Zeugen Hamdija H. sei Michael W. aber aus der Stadt in Richtung Neureut gekommen, also aus der Gegenrichtung.

Als er an der Ampel gestanden habe, sei ihm ein Motorrad mit zwei Personen aufgefallen, dass auf der anderen Seite der Ampel an den zweireihig stehenden Fahrzeugen außen vorbei gefahren und dann vor dem Fahrzeug des Generalbundesanwalts wieder eingeschert sei. Der Sozius habe mit einer Maschinenpistole in das Fahrzeug gefeuert „Tack-Tack-Tack-Tack-Tack“ habe er die Schüsse gehört. Danach habe das Motorrad das Fahrzeug umrundet (wie es auch schon die Zeugin Gabriele W. gesehen haben will) und die FRAU auf dem Sozius habe die Maschinenpistole beidhändig in den Himmel gestreckt und eine Fratze gemacht. „Wie ein Indianer auf einem Mustang“ habe das ausgesehen ...

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