Erbenhaftung vermeiden

Wenn Nachlassverbindlichkeiten existieren, muss der Erbe aktiv werden, um nicht mit dem eigenen Vermögen zu haften. Mit Ausschlagung, Dürftigkeitseinrede, Nachlassverwaltung, Nachlassinsolvenz und Aufgebotsverfahren stehen effektive Instrumente zur Verfügung. Doch in der Praxis scheitern viele Erben, weil sie mit den komplizierten Verfahren nicht zurecht kommen.

Erbausschlagung Einfachste und sicherste Möglichkeit, der Haftung für Schulden des Erblassers zu entgehen, ist die Erbausschlagung.

Allerdings ist sie form- und fristgebunden. Außerdem schneidet sie den Erben nicht nur von den Schulden, sondern auch vom Vermögen des Erblassers ab. Der Erbe kann keinen Einfluss mehr auf die weitere Abwicklung des Erbfalls nehmen.

Stellt sich im Nachhinein heraus, dass der Nachlass sich anders zusammen setzt, als gedacht, kann der Erbe unter Umständen die Annahme oder die Ausschlagung des Erbes noch anfechten.

Die Ausschlagung ist zwar das bekannteste, aber nicht das einzige Instrument, um die Haftung zu begrenzen.

Fall 1: Nachlasszusammensetzung unbekannt

Ist der Nachlass unbekannt, aber anscheinend ausreichend, um die Nachlassverbindlichkeiten und die Kosten des Erbfalls zu begleichen, kann der Erbe Nachlassverwaltung beantragen.

Der Antrag kann jederzeit beim Nachlassgericht gestellt werden; er ist nicht fristgebunden (§ 1981 Abs. 1 BGB).

Das Gericht wird dann einen Nachlassverwalter einsetzen, der die Zusammensetzung des Nachlasses und insbesondere die Nachlassgläubiger ermittelt.

Der Nachlass bleibt vom sonstigen Vermögen des Erben getrennt und die Haftung wird auf den Nachlass begrenzt.

Alternativ kann der Erbe auch das Aufgebotsverfahren beantragen (§§ 1970 ff. BGB). Nachlassgläubiger können dann ihre Forderungen anmelden. Die Verwaltung des Nachlasses bleibt beim Erben. Nachlassgläubiger, die sich verspätet melden, können nur noch etwas erhalten, soweit noch Nachlassvermögen vorhanden ist ...

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