Datenschutz-Weckruf für den Sportbereich

“Der gute Zweck heiligt nicht jedes Mittel” – auf den ersten Blick ein Allgemeinplatz. Anlass zu intensiven Diskussionen bietet diese vorgeblich konsensfähige Sentenz allerdings im konkreten Einzelfall - vor allem dann, wenn ein anerkennenswerter Zweck mit weitreichenden Mitteln durchgesetzt werden soll. Für einen Datenschutzrechtler gehören diese Diskussionen zur täglichen Arbeit (zuletzt vor allem im Zusammenhang mit dem aktuellen Entwurf zur Novellierung des Beschäftigtendatenschutzes, der u.a. einen Ausgleich zwischen den berechtigten Compliance-Interessen von Arbeitgebern mit den Persönlichkeitsrechten von Arbeitnehmern beabsichtigt). An diesem Wochenende erging ein datenschutzrechtlicher Weckruf an die deutsche Anti-Doping-Agentur NADA ob ihres “NADA-Codes“, also dem Regelwerk für die Dopingkontrollen bei Atlethen.

Die Aufsichtsbehörden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kritiseren nach aktuellen Presseberichten (etwa hier, hier und hier) u.a. die massiven Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der zu prüfenden Sportler (die Rede ist von ausforschender Überwachung) und die Übermittlung der erhobenen Daten in “unsichere Drittstaaten”. Im Ergebnis gehen die Aufsichtsbehörden in einem vorab öffentlich gewordenen Arbeitspapier offensichtlich von einem rechtswidrigen Umgang mit personenbezogenen Daten aus.

Die aus der Presse zu entnehmenden Reaktionen der kritisierten NADA sind ebenso reflexhaft wie prototypisch: Der NADA-Sprecher wird mit den Worten zitiert, es geben “keine Alternative” zu einem kompromisslosen Anti-Doping-Kampf. Darum geht es aber gar nicht: Doping ist fraglos ein rechtlich zu sanktionierendes Verhalten und ebenso fraglos muss derartiges Verhalten bekämpft werden ...

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